Gewebemedizin braucht Gewebespenden

Voraussetzung für alle Erfolge in der Gewebetransplantation sind Gewebespenden. Der Bedarf an Gewebetransplantaten in Deutschland könnte komplett aus nationalen Spendeprogrammen gedeckt werden. Pro Jahr versterben etwa 900.000 Menschen in Deutschland. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel dieser Verstorbenen mögliche Gewebespender sind. Diese Zahlen ergeben für die Gewebespende eine ganz andere Ausgangsbasis als für Organspenden. Für diese kommen etwa 4.000 Verstorbene in Frage. Voraussetzung für eine Organspende ist u.a. der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Gehirns, der sogenannte Hirntod. Gewebespenden sind hingegen auch bei Menschen möglich, die im normalen Herz-Kreislauftod verstorben sind. Auch ein hohes Lebensalter oder eine Krebserkrankung ist kein Ausschlussgrund. Ein Arzt muss zur Todesfeststellung sichere Todeszeichen, wie Totenflecke und Leichenstarre, festgestellt haben. Gewebespenden sind in jedem Krankenhaus möglich.

Bei Organspende immer auch an eine mögliche Gewebespende denken!

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Organspender spendeten auch Gewebe zwischen 2007 und 2018 im DGFG Netzwerk

Gewebespenden bei hirntoten Patienten und geplanter Organspende

Organspender sind mögliche Gewebespender! Insgesamt etwa zehn Prozent der Gewebespenden im Gewebenetzwerk werden im Rahmen von Multiorganspenden entnommen. Von diesen stammen derzeit fast alle gespendeten Herzklappen und Blutgefäße. Die Transplantation humaner Herzklappen bzw. von Blutgefäßen ist für schwerkranke Patienten oft die einzige Behandlungsmöglichkeit. Deshalb sind wir unabhängig vertraglicher Vereinbarungen auf die Meldung solcher Spenden dringend angewiesen. Unser medizinischer Dienst ist 24 Stunden für Spendermeldungen erreichbar. Eine Gewebeentnahme ist auch ohne vertragliche Bindung problemlos möglich. Die DGFG zeigt der zuständigen Landesbehörde in diesen Fällen ein mobiles Entnahmeteam an. Für die meldende Klinik entsteht kein weiterer Aufwand.