Mit Datenmanagement zum Ziel:
SCEH und DGFG fördern die Gewebespende in Nord-Indien

Ein Projektbericht von Dr. Anna-Katharina Salz, Nea Dierolf und Martha Perczak von der DGFG.

Hornhauttransplantationen werden weltweit benötigt. Auch im Bundesstaat Uttar Pradesh im Norden Indiens. Dort leben über 200 Millionen Menschen. Viele von ihnen leiden aufgrund von Infektionen, Augentraumata oder Verbrennungen an hornhautbedingter Blindheit. Was fehlt ist jedoch eine ausreichende Verfügbarkeit gespendeter Hornhäute für die notwendige Therapie: eine Hornhauttransplantation. „Deshalb freut es uns sehr, dass die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), als Dienstleisterin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), unser beantragtes Projekt finanziell unterstützt: Ziel ist es, die technische und regionale Infrastruktur der Hornhautbank am Dr. Schroff’s Charity Eye Hospital (SCEH) in Delhi auszubauen, um so die Anzahl der Hornhautspenden sowie die Effizienz des Datenmanagements zu erhöhen“, sagt Dr. rer. nat. Anna-Katharina Salz, die das Projekt bei der DGFG leitet. Dieses Ziel soll zum einen durch die Etablierung zwei neuer ‘Eye Collection Centers’ sowie durch die Konzeptentwicklung und Einführung einer elektronischen Datenbank erreicht werden.

Der offizielle Startschuss des Projekts war der 1. August 2021. Das DGFG-Projektteam steht seitdem in engem Austausch mit Dr. Manisha Acharya (Hornhautbank-Managerin, Augenärztin) und Rakhi Nathawat (Hornhautbank-Managerin, M. Sc.). Beide arbeiten im SCEH unter der Leitung von Dr. Virender Sangwan (Chefarzt SCEH und Leiter der Forschung und Entwicklung). In vielen Online-Meetings konnte die Struktur des Projekts herauskristallisiert werden. Augen öffnend war dann der Besuch vor Ort im September: Die DGFG vertraten Geschäftsführer Martin Börgel, Dr. Salz und die beiden Gewebespendekoordinatorinnen Martha Perczak und Nea Dierolf. Innerhalb von sechs aufregenden Tagen erhielten sie einen Einblick in die Abläufe der Gewebespende in Indien und die Kultur dieses exotischen Landes. Es wurden nicht nur viele neue Ideen ausgetauscht: Gemeinsam legten sie den Grundstein für die Weiterentwicklung dieses Projekts und sprachen über mögliche weitere spannende Aufgaben.

Nächster Schritt ist nun der Besuch eines Teams des SCEH im Januar 2022 bei der DGFG in Hannover. „Hier möchten wir vor allem unsere Arbeit mit der Online-Datenbank und dem digitalen Prozessmanagement vorstellen und Einblicke in die Abläufe der deutschen Kultur und natürlich auch der Gewebespende geben. Wir erwarten, dass aus dieser geförderten Partnerschaft zum einem die Anzahl der realisierten Spenden in Indien erhöht werden kann, SCEH Mitarbeiter zu elektronischem Datenmanagement geschult werden können und standardisierte Prozesse durch digitale Dokumentation vereinfacht werden. Des weiteren ist der Aufbau einer langfristigen Partnerschaft für den Ausbau von Forschungsaktivitäten gewünscht. Auch der Austausch zu ‘Best Practices’ bei Spende und Prozessierung soll uns eine ‘Fresh Eye Perspektive’ auf die elektronische Datenerfassung und Möglichkeit der Verbesserung der Funktionalität geben“, sagt Dr. Salz. „Letztendlich profitieren alle Beteiligten vom persönlichen und interkulturellen Austausch. Am Ende muss es unser aller Ziel sein, überall auf der Welt die altruistische Spende voranzubringen – gemeinsam, für die Versorgung der vielen bedürftigen Patienten“, betonen die Koordinatorinnen Dierolf und Perczak.

Projektleitung

Dr. rer. nat. Anna-Katharina Salz

Dr. rer. nat. Anna-Katharina Salz

Forschung & Entwicklung

Gewebespende grenzenlos

Augenlicht für Ruanda

DGFG