Gemeinsam stark für die Gewebespende
Helios Cluster Niedersachsen-Nord kooperiert mit DGFG in der Gewebespende
Hannover/Gifhorn/Uelzen/Helmstedt/Nienburg-Weser – 09.07.2026: Zum 1. Juli erweitert das Helios Cluster Niedersachsen-Nord sein Engagement für die Gewebespende und kooperiert mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG). Dazu gehört neben der postmortalen Spende von Augenhornhäuten, Herzklappen, Blutgefäßen, Knochen und Weichteilgeweben (Sehnen und Bänder) auch die Lebend-Spende der Plazenta nach einem geplanten Kaiserschnitt zur Gewinnung der Amnionmembran. Das ist die innere Eihaut der Plazenta, die zur Behandlung schwerer Erkrankungen der Augenoberfläche und chronischen Wunden eingesetzt werden kann. Mit der neuen Zusammenarbeit stärken vier Klinikstandorte die Versorgung mit dringend benötigten Gewebetransplantaten und setzen ihr langjähriges Engagement für transparente Aufklärung und die Förderung der Organ- und Gewebespende konsequent fort.
Foto: v.l. Dr. Romy Richter (Admin. Regionalleiterin und Gewebespendekoordinatorin DGFG), Matthias Hahn (Geschäftsführer Helios Kliniken Mittelweser) und Henning Bolle (Transplantationsbeauftragter für das Helios Cluster Niedersachsen-Nord). Foto: DGFG
Seit Jahren engagieren sich die Kliniken des Helios Clusters Niedersachsen-Nord für eine transparente und ergebnisoffene Aufklärung zur Organ- und Gewebespende. Alle Standorte sind Entnahmekrankenhäuser für Organspenden und setzen sich aktiv dafür ein, Berührungsängste abzubauen – zuletzt auch rund um den Tag der Organspende, gemeinsam mit weiteren Organisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG).
Zum 1. Juli hat das Cluster dieses Engagement weiter ausgebaut: Die Helios Kliniken Gifhorn, Uelzen, Helmstedt und Nienburg sind nun Teil des Netzwerks der DGFG. Die Kliniken arbeiten dabei aktiv in der postmortalen Gewebespende mit der DGFG zusammen und begegnen so dem Mangel an humanem Spendergewebe. Darüber hinaus beteiligen sich die Standorte mit Geburtshilfe an der Amnionspende. Der Bedarf an Gewebetransplantaten – insbesondere an Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen – ist hoch. Gewebetransplantationen schenken Lebensqualität und stellen häufig die letzte verbleibende Therapieoption dar, etwa bei schweren Augenhornhauterkrankungen oder Herzklappenfehlern.
Künftig melden die beteiligten Kliniken potenzielle Spenderinnen und Spender an die DGFG und unterstützen sie bei der Gewinnung von Augenhornhäuten, Herzklappen, Blutgefäßen, Knochen, Sehnen, Bändern sowie Amnionmembranen. Voraussetzung für eine Gewebespende ist die Meldung potenzieller Spenderinnen und Spender. Allein 2025 bearbeitete die DGFG mehr als 62.000 Meldungen aus rund 330 Einrichtungen [1].
„Die Gewebespende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Nur wenn auch Kliniken potenzielle Spenderinnen und Spender melden, können Spendewünsche erfüllt und Patientinnen und Patienten mit einem Gewebetransplantat zu mehr Lebensqualität verholfen werden“, betont Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG.
Eine besondere Rolle nimmt die Amnionspende ein. Dabei handelt es sich um die Spende der dünnen inneren Eihaut der Plazenta nach einem geplanten Kaiserschnitt – einer Lebend-Gewebespende. Die Amnionmembran wird insbesondere in der Augenheilkunde zur Behandlung der Hornhautoberfläche eingesetzt, kommt aber auch bei schweren Wundheilungsstörungen oder als Hautersatz bei Verbrennungen zum Einsatz.
„Wir ermutigen alle Menschen, sich zu informieren. Nur wer gut informiert und transparent aufgeklärt ist, kann eine fundierte Entscheidung für sich und seine Angehörigen treffen. Wir erleben immer wieder, dass das Thema Gewebespende sehr emotional ist und viele zunächst davor zurückschrecken. Doch Aufklärung und Information sind der Schlüssel. Eine besondere Stellung nimmt dabei die Amnionspende ein: Der Spende geht kein Todesfall voraus, sondern genau das Gegenteil – die Geburt eines Kindes. Das macht sie zu einer ganz besonderen Form der Gewebespende“, sagt Henning Bolle, clusterübergreifender Transplantationsbeauftragter des Helios Clusters Niedersachsen-Nord.
Die Aufklärungsgespräche mit Angehörigen führt die DGFG neutral, umfassend und ergebnisoffen. „Ziel ist eine Entscheidung, mit der die Angehörigen auch Jahre später noch gut leben können“, erklärt Dr. Romy Richter, administrative Regionalleitung Nord und Gewebespendekoordinatorin der DGFG.
„Mit der Zusammenarbeit stärken wir unser Engagement für die medizinische Versorgung über unsere Kliniken hinaus. Die Gewebespende ist ein wichtiges und unterstützenswertes Angebot, das vielen Menschen neue Lebensqualität schenken kann. Wir freuen uns deshalb sehr über die Kooperation mit der DGFG“, sagt Matthias Hahn, Geschäftsführer des Helios Clusters Niedersachsen-Nord.



