Amnionmembran zur Wundheilung

Die Amnionmembran ist die innere, dem Fötus zugewandte Eihaut der mütterlichen Plazenta. Eine Amnionspende ist eine Lebend-Gewebespende. Voraussetzung sind die Einwilligung der Mutter und eine Kaiserschnittgeburt. Aufgrund ihrer hervorragenden, wundheilungsfördernden Eigenschaften kann die Amnionmembran in verschiedenen Gebieten in der Medizin eingesetzt werden. Patienten profitieren von einer schonenden und schnellen Heilungsmethode. Die Amnionmembran wird z. B. in der Augenheilkunde zur Versorgung des Auges bei Verletzungen oder in der Mund-Kiefer-Chirurgie eingesetzt, wo sie auf größere Wunden gelegt werden kann. Zurzeit wird die Amnionmembran in der Kornea- und Gewebebank Schwerin, einer gemeinsamen Gewebebank der Helios Kliniken Schwerin und der DGFG, prozessiert.

Anwendungsgebiete

  • ophthalmologische und orbitale Eingriffe
  • temporärer Hautersatz bei thermischen Verletzungen und Wundheilungsstörungen
  • gynäkologische Chirurgie: Uterus und Vagina
  • Mund-Kiefer-Chirurgie: orale und kieferchirurgische Eingriffe

Hier wird eine Amnionmembran von einer Plazentaspende abpräpariert

Amniontransplantate gibt es in vier verschiedenen Größen

Transplantatgrößen

Amniontransplantate können bei der DGFG in den folgenden vier Größen bestellt werden:

  • 20 x 20 mm
  • 35 x 35 mm
  • 50 x 50 mm
  • 70 x 70 mm

Lieferung

Die Anlieferung auf Trockeneis erfolgt am nächsten Werktag. Das Transplantationszentrum hat eine Abnahmeverpflichtung zu unterzeichnen. Bei der Bestellung von Amniontransplantaten (Montag bis Freitag bis 13.30 Uhr) besteht i.d.R. keine Wartezeit. Für die Bereitstellung der Transplantate berechnet die DGFG eine Aufwandserstattung, für die Lieferung eine Transportpauschale. Bei Bestellung von mehreren Amniontransplantaten wird die Transportpauschale nur einmalig in Rechnung gestellt. Die Lagerung vor Ort ist möglich. Eine gesonderte Erlaubnis ist nicht erforderlich. Voraussetzung ist die Lagermöglichkeit bei mind. -60 Grad Celsius. Die Rückverfolgbarkeit muss auch bei der Lagerung sichergestellt werden. Eine Weiterleitung der Patientendaten an die DGFG ist nicht erforderlich.

Gebrauchs- und Fachinformation

  • Die »humane Amnionmembran, kryokonserviert, Schwerin« ist in einem sterilen Behältnis kryokonserviert.
  • Das Arzneimittel ist sofort nach Erhalt in einen geeigneten Tiefkühl-Gefrierschrank zu überführen.
  • Eine kontinuierliche Temperaturüberwachung des Gefrierschrankes muss gewährleistet und dokumentiert werden.
  • Das Arzneimittel ist bei unter -60°C zu lagern.
  • Die maximale Lagerungszeit beträgt 1 Jahr nach Herstellungsdatum.
  • Wird das Arzneimittel über einen Over-Night-Transportdienst am Morgen des OP-Termins angeliefert, kann das Transplantat bis ca. 1/2 Stunde vor der Operation in der Versandbox verbleiben. Ein Tiefkühl-Gefrierschrank ist dann nicht erforderlich.
  • Das Arzneimittel ist zur einmaligen Anwendung bestimmt.
  • Der Inhalt einer Packung ist ausschließlich für die Anwendung bei einem Patienten bestimmt.
  • Das Arzneimittel ist nach dem Auftauen innerhalb von 6 Stunden zu verwenden.
  • Das Arzneimittel darf nach Beginn des Auftauens nicht wieder eingefroren werden.